Epilepsie ::

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Epilepsie - eine Krankheit des Gehirns

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Was passiert im Gehirn?

Normalerweise sind elektrische und chemische Signale im Gehirn genau aufeinander abgestimmt und bestimmen die Tätigkeit der Nervenzellen im Gehirn. Wenn viele Nervenzellen sich zur gleichen Zeit in einzelnen Hirnregionen oder auch in beiden Gehirnhälften entladen, liegt eine Störung vor, und diese ungewohnten Impulse führen zu einem epileptischen Anfall. Epilepsie äußert sich in Form von epileptischen Anfällen.
Mittlerweile wurden eine zunehmende Anzahl an Genen als Ursache für Epilepsien entdeckt. Diese Genen kodieren für Ionenkanäle, die in der Zellmembran von Nervenzellen eingelagert sind. Diese sind am vesikulären synaptischen Transport beteiligt und beeinflussen die neuronale Erregung im Gehirn.

Formen der Epilepsie

Im Allgemeinen werden epileptische Anfälle in zwei Hauptgruppen eingeteilt:
generalisierte Anfälle und fokale Anfälle.
Diese Einteilung hängt davon ab, wie und wo die Anfälle im Gehirn beginnen.

Generalisierte Anfälle sind von Spike-and-Wave-Entladungen im Gehirn gekennzeichnet; diese Entladungen breiten sich von Anfang an auf beiden Seiten des Gehirns aus, und sie beginnen gleichzeitig auf der linken und rechten Gehirnhälfte.
Fokale Anfälle sind Entladungen, die nur an einem Ort im Gehirn, dem sogenannten Herd, stattfinden. Es gibt einfache fokale Anfälle (das Bewusstsein ist erhalten), komplexe fokale Anfälle (mit Bewusstseinsstörung) und fokale Anfälle mit Entwicklung zu sekundär generalisierten Anfällen.
Die Erscheinungsformen und Ausprägung der Epilepsie hängt also von der jeweils betroffenen Gehirnregion ab. Epileptische Anfälle sind nicht immer dramatisch und mit Verkrampfungen und Zuckungen verbunden, sondern können auch kaum merklich, wie bei kurzen Absenzen oder kurzen Missempfindungen ablaufen.
Führendes Zeichen bei Absenzen ist eine kurze "Abwesenheit" mit fehlender Ansprechbarkeit.
Ein großer Krampfanfall, auch mit Bewusstseinsverlust (Grand mal), der länger als 5 Minuten dauert, ist immer ein Notfall. Im Falle von mehr als fünf Minuten anhaltenden Anfällen, auch ohne Bewusstlosigkeit, liegt ein Status epilepticus vor. Ein Status epilepticus ist ein lebensbedrohlicher Notfall und muss sofort behandelt werden. Die Verabreichung eines Notfall-Medikaments ist dringend und eventuell auch die Einweisung in ein Krankenhaus.

Eine wichtige Untersuchung: das EEG

Durch eine Elektroenzephalographie (EEG) kann die Bereitschaft des Gehirns zu epileptischen Entladungen direkt angezeigt werden. Das EEG zeichnet die elektrische Aktivität des Gehirns auf und zeigt Muster einer normalen oder abnormalen elektrischen Aktivität im Gehirn. Das EEG-Gerät zeichnet die elektrische Aktivität des Gehirns als eine Reihe von Spuren auf. Jede Spur entspricht einer anderen Region des Gehirns. Sie können wie Spikes, scharfe Wellen und Spike-and-Wave-Entladungen aussehen. Bestimmte Muster weisen auf eine epileptische Bereitschaft hin. Das EEG zeigt auch in welchem Bereich des Gehirns die Anfälle auftreten.

Epileptische Enzephalopathien

Dies sind idiopathische, generalisierte und auch fokale Epilepsien. Krampfkranke Kinder zeigen oft abnormen ϑ-Rhythmen, Spikes und Waves im EEG. Die ϑ-Rhythmen zeigen sich vor allem bei den sogenannten frühkindlichen zentrencephalen Epilepsien wie z.B. bei astatischem und myoklonischem "Petit mal", bei frühkindlichen Absencen und bei zentrencephalem "Grand mal". Die ϑ-Rhythmen sind Symptom einer genetisch bedingten Krampfbereitschaft.

Das West-Syndrom

Beim West-Syndrom, auch noch Epilepsie mit Blitz-, Nick-, Salaam-Krämpfen (BNS-Epilepsie) genannt, handelt es sich um eine Epilepsie, die fast immer im Säuglingsalter mit Serien von 2 bis 150 kurzdauernden Anfällen beginnt. Das EEG zeigt ein typisches Hypsarrhythmie Muster.

Weitere Informationen zu Epilepsien finden Sie hier (auf Englisch): www.epilepsy.com
Zusätzliche Informationen zu der neuen Klassifikation der Epilepsien finden Sie hier (auf deutsch): Deutsche Gesellschaft für Epileptologie

Therapie

Epilepsien sind oft schwere, oftmals therapieresistente Epilepsien, bei denen die epileptische Aktivität zu kognitiver Regression, Bewegungsstörungen oder psychomotorische Entwicklungsverzögerung führt.
Medikamentös ist die Epilepsie oft sehr schwer einzustellen. Die Behandlung besteht zunächst in der Gabe von anfallsunterdrückenden Medikamenten, die oft viele Nebenwirkungen haben. Auch andere Methoden wie die Epilepsiechirurgie können zum Einsatz in therapieresistenten Fällen kommen und zur Anfallsfreiheit führen. In diesem Fall muss das anfallsauslösende Areal exakt lokalisiert werden und die funktionelle Beeinträchtigung nach Entfernung des entsprechenden Hirngewebes abgeschätzt werden. Die Anfallsfrequenz kann ebenfalls durch eine Vagusnervstimulation (VNS) gesenkt werden.

Mehr Information über Epilepsie Forschung finden Sie hier (auf Englisch): Cure Epilepsy


 

 

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